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So eröffnen Sie ein Geschäftskonto in der Schweiz: Der vollständige Leitfaden für 2026

So eröffnen Sie ein Geschäftskonto in der Schweiz: Der vollständige Leitfaden für 2026

February 21, 2026
Bankkonto Eröffnung Schweiz

Ein Geschäftskonto ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um eine Firma in der Schweiz zu gründen und zu betreiben. Ohne ein Schweizer Firmenkonto können Sie weder das erforderliche Stammkapital einzahlen noch Zahlungen im Namen Ihrer Gesellschaft abwickeln.

Gerade für internationale Unternehmer kann die Kontoeröffnung jedoch kompliziert sein. Schweizer Banken unterliegen strengen Know-Your-Customer (KYC) und Anti-Money-Laundering-Vorschriften (AML), weshalb Eigentümerstruktur, Geldherkunft und Geschäftsmodell genau geprüft werden. Grundlage hierfür ist unter anderem das Schweizer Geldwäschereigesetz (GwG) sowie die entsprechenden FINMA-Richtlinien.

Dieser Leitfaden erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Geschäftskonto in der Schweiz eröffnen, welche Banken auch Nichtansässige akzeptieren und wie Sie die sonst typischen Ablehnungen vermeiden.

Gerade für Unternehmer aus Deutschland oder anderen EU-Ländern lohnt es sich, die Besonderheiten des Schweizer Bankensystems frühzeitig zu verstehen, denn viele Anforderungen unterscheiden sich deutlich von denen in der EU.

Welche Arten von Firmenkonten gibt es in der Schweiz?

Bevor Sie sich weiterführend mit einer Kontoeröffnung beschäftigen, sollten Sie zunächst einmal wissen, welche konkreten Kontotypen in der Schweiz relevant sind.

Kontotyp Zweck Wann benötigt
Kapitaleinzahlungskonto Einzahlung des Stammkapitals oder Aktienkapitals Gründung einer GmbH oder AG
Geschäftskonto Laufender Zahlungsverkehr der Firma Nach der Gründung
Wertschriftendepot Verwaltung von Investitionen oder Assets Holding- oder Investmentgesellschaften
Multi-Currency Account Zahlungen in verschiedenen Währungen Internationale Firmen

Besonders wichtig ist das Kapitaleinzahlungskonto in der Schweiz, da dieses für die notarielle Firmengründung erforderlich ist.

Für die Gründung einer GmbH oder AG muss das Kapital zunächst auf ein solches Konto eingezahlt werden. Laut Schweizer Bundesverwaltung beträgt das nötige Mindestkapital:

Nach Eintragung der Firma im Handelsregister wird das Kapital automatisch auf das reguläre Bankkonto der GmbH oder AG übertragen.

Für Sie als internationaler Gründer bedeutet das: Ohne Kapitaleinzahlungskonto kann die eigentliche Firmengründung in der Schweiz gar nicht abgeschlossen werden.

Welche Banken akzeptieren Nichtansässige?

Nicht alle Schweizer Banken eröffnen Konten für Firmen ohne lokalen Bezug.

Viele Institute verlangen, dass ein Teil der Eigentümer oder Geschäftsführer in der Schweiz wohnhaft ist.

Das liegt vor allem daran, dass Banken Geschäftsbeziehungen mit internationalem Bezug aus regulatorischer Sicht sorgfältiger prüfen müssen.

In der Praxis zeigt sich je nach Bank häufig folgende Situation:

Bank Nichtansässige akzeptiert Besonderheiten
UBS Eingeschränkt Oft Schweizer Wohnsitzanteil erforderlich
PostFinance Teilweise Strengere Compliance
Kantonalbanken Selten Bevorzugen lokale Firmen
Relio Ja Digitale Kontoeröffnung
Revolut Business Ja Schnell, aber keine klassische Bank
Privatbanken (Maerki Baumann etc.) Teilweise Meist für komplexe Strukturen

Ein häufiges Problem:

Bei einigen Banken, darunter UBS oder Zuger Kantonalbank, werden Kapitaleinzahlungskonten oder Geschäftskonto teilweise nur eröffnet, wenn mindestens etwa 20 % des Stamm- oder Aktienkapitals von einer Person mit Schweizer Wohnsitz gehalten werden.

Für internationale Gründer kann dies eine erhebliche Hürde darstellen. Als Unternehmer sollten Sie daher bereits im Vorfeld mehrere Banken parallel prüfen, um ihre Chancen auf eine Kontoeröffnung zu erhöhen.

Neobanken vs. traditionelle Banken

Digitale Banken haben in den letzten Jahren den Markt stark verändert. Gerade für Gründer aus dem Ausland können sie eine interessante und vergleichsweise schnell verfügbare Alternative zu klassischen Banken sein.

Neobanken

Beispiele:

  • Relio
  • Revolut Business

Vorteile

  • Schnellere Kontoeröffnung
  • Vollständig digital
  • Oft weniger Bürokratie

Nachteile

  • Geringerer Funktionsumfang
  • Teilweise kein vollwertiger Einlagenschutz
  • Eingeschränkte Transaktionsvolumen

Relio ist beispielsweise eine beliebte Lösung für Kapitaleinzahlungskonten, da die Kontoeröffnung oft deutlich schneller erfolgt als bei traditionellen Banken.

Revolut Business wird häufig von bestehenden Firmen als "Express-Option" genutzt, ist aber für grosse Volumen oder komplexe Strukturen meist nicht geeignet.

Traditionelle Banken

Beispiele:

  • UBS
  • PostFinance
  • Kantonalbanken

Vorteile

  • Etablierte Infrastruktur
  • Grössere Transaktionsvolumen möglich
  • Breitere Dienstleistungen

Nachteile

  • Längere Prüfung
  • Strengere Compliance
  • Höhere Anforderungen an Eigentümerstruktur

Einlagen bei Schweizer Banken sind grundsätzlich bis CHF 100'000 pro Kunde geschützt, sofern die Bank am Einlagensicherungssystem teilnimmt.

Branchen mit erhöhtem Compliance-Risiko

Nicht jede Branche wird von Banken gleich behandelt. Einige Geschäftsmodelle lösen automatisch intensivere AML-Prüfungen aus.

Branche Schwierigkeit Kontoeröffnung
Rohstoffhandel Hoch
Kryptowährungen Sehr hoch
FinTech Mittel
Beratungsunternehmen Niedrig
IT / Software Niedrig

Die erhöhte Prüfung basiert auf internationalen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, etwa den Richtlinien der Financial Action Task Force (FATF), welche auch von der Schweiz umgesetzt werden.

Unternehmen im Rohstoffhandel (z. B. Öl, Gas, Metalle, Agrarrohstoffe) haben es oft schwerer, ein Bankkonto zu eröffnen, da Banken dort häufig erhöhte Risiken für Geldwäsche oder Sanktionsverstösse sehen. Deshalb prüfen sie solche Firmen deutlich gründlicher und der AML-Prozess dauert länger.

Krypto-Unternehmen haben es ebenfalls schwer. Wenn Sie in dieser Branche tätig sind, empfiehlt es sich, auf spezialisierte Banken auszuweichen, etwa:

Diese Institute akzeptieren Krypto-Geschäftsmodelle eher, verlangen jedoch häufig höhere Gebühren und umfangreiche Dokumentation.

Welche Dokumente verlangen Schweizer Banken?

Banken in der Schweiz verlangen beim Kontoeröffnungsprozess meist umfangreiche Informationen über Firma und Eigentümerstruktur.

Typische Anforderungen umfassen:

Dokument Zweck
Reisepasskopien der Geschäftsführer Identifikation
Wohnsitznachweis Compliance
Businessplan Verständnis des Geschäftsmodells
Handelsregisterauszug Firmenexistenz
Aktionärs- oder Gesellschafterliste Eigentümerstruktur
Organisationsstruktur Transparenz

Schweizer Banken sind verpflichtet, sowohl den Vertragspartner als auch die wirtschaftlich Berechtigten zu identifizieren.

Zusätzlich verlangen Banken häufig detaillierte Informationen über:

  • Zielmärkte
  • Erwartete Transaktionen
  • Herkunft der Vermögenswerte
  • Wirtschaftlich Berechtigte

Gerade bei internationalen Firmen ist es wichtig, diese Informationen klar und konsistent zu präsentieren. Je transparenter die Eigentümerstruktur und das Geschäftsmodell sind, desto reibungsloser verläuft in der Regel der Prüfprozess der Bank.

Wie lange dauert die Kontoeröffnung?

Die Dauer der Eröffnung eines Schweizer Geschäftskontos hängt stark von der Bank und Ihrem Geschäftsmodell bzw. Ihrer Unternehmensstruktur ab:

Banktyp / Unternehmensstruktur Typische Dauer
Neobanken 1–7 Tage
Klassische Banken 2–6 Wochen
Komplexe Strukturen Bis zu 3 Monate

Generell gilt: Unternehmen mit internationalen Eigentümerstrukturen oder regulierten Branchen müssen meist mit längeren Prüfungszeiten rechnen. Gerade bei neuen Firmen ohne operative Historie verlangen Banken häufig zusätzliche Informationen oder Rückfragen.

Warum scheitert die Kontoeröffnung häufig?

Es kommt nicht selten vor, dass Gründer von keiner Schweizer Bank akzeptiert werden und deshalb ihre Firma nicht gründen können.

Die häufigsten Gründe sind:

  1. Unklare Eigentümerstruktur oder fehlende wirtschaftliche Substanz
  2. Unrealistischer Businessplan
  3. Fehlender Schweizer Bezug
  4. Riskante Branche
  5. Unvollständige Dokumentation
  6. Unrealistische Finanzplanung

Was Sie dagegen tun können:

Vermeiden Sie komplexe Offshore-Strukturen ohne wirtschaftliche Substanz. Zudem kann ein lokaler Geschäftsführer oder Gesellschafter hilfreich sein. Das Geschäftsmodell sollte plausibel und die Herkunft des Kapitals jederzeit nachvollziehbar sein.

Schritt-für-Schritt: Geschäftskonto in der Schweiz eröffnen

Nachdem Sie nun die wichtigsten Anforderungen kennen, lässt sich der Ablauf der Kontoeröffnung klar strukturieren.

Schritt 1 – Bank auswählen

Vergleichen Sie:

  • Traditionelle Banken
  • Digitale Banken
  • Spezialisierte Institute

Schritt 2 – Unterlagen vorbereiten

Mindestens erforderlich:

  • Passkopien
  • Businessplan
  • Firmenstruktur
  • Gesellschafterliste

Schritt 3 – Kapitaleinzahlungskonto eröffnen

Für eine GmbH oder AG muss zunächst das Kapital auf ein spezielles Konto eingezahlt werden.

Schritt 4 – Firmengründung beim Notar (sofern GmbH oder AG)

Der Notar bestätigt die Einzahlung des Kapitals und reicht die Gründung beim Handelsregister ein.

Schritt 5 – Geschäftskonto aktivieren

Nach der Eintragung wird das Kapital automatisch auf das operative Firmenkonto übertragen.

Fazit

Ein Geschäftskonto in der Schweiz zu eröffnen ist heute deutlich komplexer als noch vor einigen Jahren. Strenge Compliance-Regeln und internationale Geldwäschevorschriften führen dazu, dass Banken viele Anträge genau prüfen.

Mit der richtigen Vorbereitung: einer klaren Struktur, vollständigen Dokumenten und einer realistischer Planung lässt sich der Prozess jedoch erheblich beschleunigen.

Gerade für internationale Gründer lohnt es sich, frühzeitig zu prüfen, welche Bank am besten zum Geschäftsmodell passt.

Wenn Sie sich frühzeitig vorbereiten und mehrere Banken in Betracht ziehen, erhöhen Sie Ihre Chancen deutlich, ein Schweizer Firmenkonto erfolgreich zu eröffnen.

Gerne beraten wir Sie persönlich, welche Bank am besten zu Ihrem Geschäftsmodell passt, und unterstützen Sie bei der gesamten Kontoeröffnung – sprechen Sie uns einfach an.

Hinweis: Die Angaben in diesem Artikel dienen ausschließlich zur allgemeinen Information. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte.

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